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Rundtour am Morgen

Die Bergheimat

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Die Wilde Kaiserin

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Das Hintere Sonnwendjoch ist ein leicht zu begehender Gipfel, auch für Familien und Wandereinsteiger. Atemberaubend ist aber der Ausblick vom Gipfel. Wer will, kann die Krenspitze in die Wanderung mit einbauen, die aber etwas anspruchsvoller und ausgesetzt ist. In Summe bietet die Runde eine schöne Wanderung mit vielen Naturhighlights.
TEXT: Heiko Mandl Foto: GPhoto / Fanky
Es ist noch früh am Morgen, als wir zu unserer Tour starten. Die Sonne steht noch hinter den Bergen und bereitet sich auf den Tag vor. Die Vögel erwachen gerade aus ihrem Schlaf und läuten mit ihrem Gezwitscher den Morgen ein. In der Ferne rauscht ein Bach und das ein oder andere undefinierbare Geräusch kommt von der nahegelegenen Wiese.
Unsere heutige Tour führt bis zum Sonnwendjoch und weiter bis zur Krenspitze. Wer will, kann auch nur das Sonnwendjoch besteigen. Von der Ackernalm aus ist die kurze Tour auch ideal für Familien. Das Mangfallgebirge thront um uns herum. Das Sonnwendjoch ist hier das Tüpfelchen auf dem i, als höchster Gipfel der Region ist es der König des Gebirges. Wobei es nicht unbedingt so wirkt. Eher sanft sticht es as der Bergwelt heraus. Wir befinden uns im Grenzgebiet zwischen Bayern und Österreich. Und obwohl das Mangfallgebirge mehrheitlich in Bayern liegt, befindet sich das Hintere Sonnwendjoch in Tirol. Die Grenze zieht sich etwas nördlich des Gipfels durch die Landschaft.
So starten wir in aller Früh bei der Ackernalm. Sie ist bequem mit dem Auto zu erreichen und im Hochsommer Anziehungspunkt vieler Wanderer und Naturliebhaber. Jetzt ist es noch ruhig. Die Sonne ist jetzt gerade über dem Horizont aufgetaucht und wirft die ersten Schatten in die Landschaft. Das Gras ist noch feucht, schon bald werden die Sonnenstrahlen den Boden erwärmen und die Natur aufwachen lassen.
Wer will, kann die Tour auch vom Tal aus starten, in Summe kommen dann aber 1500 Höhenmeter auf das Tageskonto, was den Anstieg um einiges verlängert und auch dann für Familien eher nicht mehr infrage kommt. Die ersten Meter wandern wir auf der asphaltierten Straße bis zur Almkäserei. Wer will, kann hier Käse kosten und natürlich auch kaufen. Für uns ist es noch zu früh für Eiweiß-doping, vielleicht werden wir am Rückweg ein paar Gustostückerl mitnehmen. Das Tal Richtung Thiersee wird langsam aber sicher vom Morgenlicht beleuchtet. Dahinter tut sich das Kaisergebirge auf, das sich im Morgenrot von seiner besten Seite zeigt. Dort sind wohl schon einige Wanderer auf Tour zu den schroffen Gipfeln. Wir hingegen sind noch unter uns, mit Blick nach oben Richtung Sonnwendjoch.
Die Tour ist zwar nicht lange und mit 650 Höhenmetern sicherlich auf der leichteren Seite. Im Hochsommer sollte man aber auch den Anstieg nicht unterschätzen, besonders wenn die Sonne unaufhörlich vom Himmel brennt. Kurz vor der Bärenbadalm biegen wir ab und setzten unseren Weg Richtung Gipfel fort. Der Anstieg wird dann etwas schroffer und ein paar Passagen über felsiges Gelände bieten auch hier eine willkommene Abwechslung zu den Forstwegen. Besonders für Kinder sind die Steinpassagen ein großes Abenteuer, ohne groß in Gefahr zu laufen sich zu verletzten. Für uns ist das alles kein Problem. Bei nasser Witterung allerdings kann ich mir vorstellen, hier etwas vorsichtiger zu agieren. Ausgerutscht ist man schnell einmal.
Es geht weiter stetig bergauf. Der Gipfel kommt immer näher und wir kämpfen uns Meter für Meter hoch. Zum Schluss geht es durch eine kleine Schotterpassage auf den felsigen Gipfel des Hinteren Sonnwendjochs, der mit einem großen Gipfelkreuz markiert ist. Von hier oben hat man eine wundervolle Rundumsicht, ein 360-Grad-Panorama, das seinesgleichen sucht. Auf fast 2000 Metern Höhe ist der Rundumblick großartig, wir stehen auf dem höchsten Punkt des Mangfallgebirges und blicken weit über den Alpenhauptkamm. Bis zum Großglockner geht der Blick bei guter Sicht. Davor sticht das Kaisergebirge noch immer dominant ins Auge und auch die Zugspitze ist von hier nicht allzu weit entfernt. Dazu noch das Karwendel und die Stubaier Alpen, Großvenediger und ungezählte weitere Berge, die Ziel vieler Alpinisten sind. Beim Blick nach Deutschland sehen wir die steil abfallende Nordwand des Hinteren Sonnwendjochs und dahinter den Wendelstein und die Rotwand links davon mit dem markanten Rotwandhaus.
Jetzt haben wir uns eine Pause verdient. Wir genießen unsere Rast und schauen den Dohlen bei ihren Flugeinlagen zu. Sie kreisen um uns herum, in der Hoffnung das eine oder andere Brotkrümel abzubekommen. Wir belohnen ihren Auftritt mit den Brotresten, die sie dankend in ihren Schnäbeln verschwinden lassen.
Nicht unweit von uns entfernt sehen wir die Krenspitze zu uns herüberleuchten. Sie ist nur 14 Meter niedriger als das Hintere Sonnwendjoch und durch einen langen Grat mit dem höchsten Gipfel der Region verbunden. Wir nehmen auch diesen Weg in Angriff und stehen schneller als gedacht auf unserem zweiten Gipfel des heutigen Tages. Zurück geht es wieder zum Hinteren Sonnwendjoch und weiter über den Abstiegsweg über die Bärenbadalm bergab.
In Summe haben wir einen schönen Tag in den Bergen erlebt. Zur Einkehr nehmen wir die Ackernalm, wo auch unsere Autos stehen. Aber nicht, ohne zuvor noch ein paar Stücke Käse mitzunehmen. So können wir auch noch zu Hause von der Tour zehren, den Almkäse genießen und von dem Tag schwärmen.

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