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Hahnenkamm mit dem Bike

Die Bergheimat

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Die Wilde Kaiserin

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Hahnenkamm mit dem Bike

Kitzbühel ist für mich und Freeride-Pro Angie Hohenwarter so etwas wie ein weißer Fleck auf unserer Landkarte. Zeit also, um dem mondänen Winterskiort einen Besuch abzustatten und die Trails in der Umgebung zu testen. Fazit: Wir kommen wieder!
TEXT & Foto: Heiko Mandl
Wann ich das erste Mal in Kitzbühel war? Das muss Jahre zurückliegen, eigentlich kann ich mich nicht mehr so genau daran erinnern. Es war auf jeden Fall Winter und ich hatte anstatt meinem Bike die Freeride-Skier mit. Aber im Sommer machte ich bisher immer einen Bogen und den noblen Wintersportort. Warum eigentlich, die Trails sollten doch um nichts den anderen in der Umgebung nachstehen. Saalbach und Co werden links liegen gelassen, Tirol wir kommen.
Wir treffen uns am Parkplatz der Fleckalmbahn und machen uns dort bereit für unseren ersten Trail. Eine gute Stunde ist es von Innsbruck und Salzburg mit dem Auto bis ins Brixental. Ich komme etwas zu spät, aber die Fotografen kommen nie pünktlich, das kennt Angie nur zu gut. Wir könnten natürlich auch mit dem Bike bis zum Gipfel des Hahnenkamm hochtreten. Könnten. Wir nehmen aber lieber gemütlich die Bahn. Spart Zeit, Schweiß und Kraft für den Downhill auf den Trails. Die wichtigsten Gondeln und Lifte befördern hier auch im Sommer die Pedalritter. Mountainbiker können hier viele Höhenmeter abwärts cruisen ohne viel bergauf radeln zu müssen. Das kommt gut an. Jedes Jahr besuchen mehr und mehr Biker die Region.
Nachdem wir unsere Tickets gelöst haben, steigen wir endlich in die Gondeln. Ganze 1100 Höhenmeter befördert uns die Bahn Richtung Gipfel. 1100 Höhemeter, die dann auch wieder bergab führen. Unsere Vorfreude steigt! Vor einigen Jahren, als Angie noch im XC aktiv war, ist sie die Rampen noch hochgetreten, heute bevorzugt auch sie mehr den Weg bergab. Sie ist schon viel herumgekommen in der Welt, hat die Trails in Whistler gerockt, ist in Taiwan auf Trailsuche gegangen oder war auch bei der Rampage als Zuseher live vor Ort. Aber hier oben, mitten in den Alpen, fasziniert sie jedes Mal der Blick über die Berge bis hin zu den Hohen Tauern. Ganz egal, auf welchem Berg du hier stehst, es führt immer ein Trail bergab. Hinter uns leuchtet die weiße Wand der Zentralalpen rüber und unter mir beginnen die endlosen Almen und Weiden der Kitzbüheler Alpen. Zudem sticht der Wilde Kaiser vom Norden zu uns rüber.
Es ist ruhig hier, ich höre nur den leichten Wind, der vom Süden zu uns weht und das Zwitschern der Vögel, die sich langsam auf den Weg Richtung Süden machen. Genau für solche Momente leben wir den Sport. In der Natur sein, den Trail bergab fahren und eine gute Zeit mit Freunden genießen. Genau darum geht es uns.
Bevor es los geht, haben wir noch ein paar Höhenmeter vor uns. Nein, nicht bergab, sondern bergauf. Von der Bergstation geht es zunächst rüber zum Hahnenkamm-Trail. Er führt neben der berüchtigten Piste bergab, direkt in den Ort Kitzbühel. Der Trail beginnt von der Bergstation des Hahnenkamms über einen breiten Bergrücken über die Südseite des Berges hinab in einen dunklen Wald, wo sich die Kurven zwischen den Bäumen Richtung Tal schlängeln. Der Trail ist eher auf der einfachen Seite, besitzt viele sanfte Kurven und wenige technische Stellen.Ideal also, um sich warmzufahren. Wir kommen schließlich bei der Talstation an und nehmen gleich die nächste Gondel hoch zum Gipfel des Hahnenkamms.

»Kitzbühel beeindruckt nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer mit einer traumhaften Kulisse.«

Angie Hohenwarter, Bikepro aus Innsbruck

Der Spaß hat hier noch kein Ende, es geht über einen langen Anstieg wieder hoch zur Fleckalmbahn, wo sogleich der gleichnamige Trail startet. Der Trail ist steiler und technisch anspruchsvoller, mit Anliegern, Sprüngen und welligem Gelände mit Wurzelpassagen.
Wir starten jetzt mit den ersten Kurven, die noch parallel über der Skipiste liegen. Von hier oben kann ich den Verlauf des Trails gut überblicken. Wie von Hand gemalt zieht er sich durch die Landschaft und verliert sich am Ende des Bergrückens. Anfangs habe ich noch Zeit für den einen oder anderen Blick in die Alpenlandschaft. Nach einem kurzen Flachstück wird der Trail aber dann steiler und die ersten Sprünge spicken den Weg Richtung Tal. Die Kicker sind so gebaut, dass jeder, der nicht will, sie leicht umfahren kann. Immer wieder kommen uns Wurzelpassagen entgegen, ich muss öfters absteigen, Angie hingegen fährt alles ohne Probleme durch. Der Trail ist übrigens mit 7,1 Kilometern und 1100 Tiefenmessern einer der längsten Trails des Landes. Das bekomme ich auch bald zu spütren, die Hände schmerzen und die Waden verkrampfen. Zeit für ein kleine Rast an einer der vielen Quellen neben dem Trail.
Für viele Biker ist es Pflicht bei der Fleckalm einzukehren. Der Kaiserschmarrn ist hier einmalig und spätestens bei der zweiten Fahrt beginnt der Magen zu knurren. Heute hat die Alm schon zu und so fahren wir weiter Richtung Tal. Der Trail taucht in den Wald ein und schlängelt sich bis zur Talstation. Ein paar North-Shore-Elemente wechseln sich mit schnellen Waldboden-Trailpassagen ab und schneller als gedacht stehen wir wieder vor unseren Autos am Parkplatz der Bahn. Sollen wir es nochmal wagen? Der Tag ist schon lange und die Beine müde, aber die Sucht nach dem Gefühl, wenn wir die Trails surfen, überwiegt. Also dann auf ein zweites oder drittes oder viertes.

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